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Trinkwasser

1.1 Allgemein

Damit Rohwasser zu Trinkwasser wird, bedarf es einer sorgfältigen Aufbereitung. Die Wasseraufbereitung umfasst sowohl das Entfernen von unerwünschten Stoffen, als auch die Veränderung der Zusammenstellung der bereits enthaltenen Stoffe. Dabei wird zunächst das Grundwasser mithilfe von Brunnen gefördert, in Füllkörperkolonnen belüftet und mechanisch entsäuert. Anschließend wird das Wasser über Zusatzstoffe bzw. Quarzsand und Aktivkohle geleitet. Die Filtration dient dabei der Entfernung von Partikeln, von Eisen und Mangan sowie der Sedimentation. Nach abgeschlossener Aufbereitung verbleiben Quarzsand und Aktivkohle in den Filtern und werden vollständig aus dem Trinkwasser entfernt. Das so entstandene Reinwasser gelangt dann in die Reinwasserbehälter mit ausreichender Kapazität für alle Verbrauchsanforderungen. Von dort aus wird es über die verzweigten Druckleitungen zu den Verbrauchern geschickt. Die Reinwasserpumpen gewährleisten für jede vorhersehbare Bedarfssituation eine ausreichende Trinkwassereinspeisung in das Verteilungsnetz und halten den Wasserdruck konstant. Bereits das geförderte Grundwasser genügt den bakteriologischen Parametern für Trinkwasser. Bei außergewöhnlichen Situationen, etwa Havarien im Verteilungsnetz oder Keimen im Rohwasser, besteht die Möglichkeit, das Trinkwasser mit einer Chlorgasanlage vorbeugend zu desinfizieren. Der gesamte Prozess wird in der Schaltzentrale durch ein modernes Leitsystem, das die Arbeit der Anlage – von der Grundwasserförderung aus den Brunnen bis hin zur Einspeisung des Trinkwassers in das Verteilungsnetz – steuert und protokolliert, intern überwacht. So kann schnell auf jede Veränderung bei der Wasserförderung und –aufbereitung reagiert werden. Regelmäßige Probenahmen und Analysen des Trinkwassers durch ein unabhängiges, zugelassenes Labor bieten zusätzlich die Gewähr für eine gleichbleibend hohe Qualität des zu den Verbrauchern gelangenden Wassers.

Woher kommt Trinkwasser

1.2 Blei im Trinkwasser

Blei ist ein giftiges Schwermetall. Die regelmäßige Aufnahme schon geringer Mengen kann zu Gesundheitsschäden führen. In das Trinkwasser kommt Blei vor allem durch Hausinstallationen und noch vorhandene Anschlussleitungen aus Blei, ferner durch bleihaltige Löte (Lötmaterial) und durch verzinkten Eisenwerkstoff mit nicht normgerechter Verzinkung. In Bleileitungen überschreitet die Bleikonzentration den Grenzwert der Trinkwasserverordnung bei den meisten Wässern bereits nach sehr kurzer Verweilzeit (Stagnation von weniger als einer Stunde). Die Verwendung von Blei ist für Neuinstallationen und für Änderungen in der Hausinstallation nicht zulässig. Dies gilt auch für bleihaltige Löte. Bestehende Bleileitungen sollten baldmöglichst durch Leitungen aus geeigneten Werkstoffen ersetzt werden.

Bleileitungen sind weich, grau gefärbt, meist wulstig verlötet und häufig in geschwungenen Linien verlegt. Die Hausinstallation kann auch nur teilweise in Bleirohren ausgeführt sein. Bei Häusern, die vor 1935 errichtet wurden, muss mit Hausinstallationen aus Blei gerechnet werden. Diese wurden teilweise noch bis 1973 ausgeführt. Auch örtliche Hausanschlussleitungen sind noch in vielen Fällen aus Blei.
Ein Gesundheitsrisiko durch chronische Belastung besteht in Häusern mit Bleiinstallationen durch die ständige Aufnahme kleiner Bleimengen. Blei hat eine toxische Wirkung auf das blutbildende System und das zentrale Nervensystem (Beeinträchtigung von Intelligenz-, Aufmerksamkeits- und Reaktionsleistungen, Verschiebung der Hörschwelle bei Kindern). Besonders gefährdet sind Säuglinge, Kleinkinder, Schwangere sowie Personen mit erhöhtem Wasserbedarf (z. B. Diabetiker).
Die sicherste und beste Lösung ist das Auswechseln der Bleirohre in der Hausinstallation. Auf jeden Fall sollte im ersten Schritt die Bleileitung vom Übergabepunkt bis zur Küche so schnell wie möglich ausgewechselt werden. Eine Auswechslung der Hausanschlussleitung wird nach Antragstellung beim WAZV veranlasst und durchgeführt. Wasser für die Zubereitung von Speisen und Getränken sollte grundsätzlich nicht in Rohren aus Blei gestanden haben. In vielen Fällen genügt es, das Wasser ablaufen zu lassen.

1.3 Braunes Wasser

Das Trinkwasserbeschaffenheitsproblem ist ein generelles Problem aller Wasserversorger. Die Gefahr des Auftretens von Wasserverfärbungen nimmt mit dem Alter des Leitungsnetzes, sowie der Entfernung der Abnahmestelle zum Wasserwerk zu und tritt außerdem häufig auf, wenn in der Nachbarschaft Bautätigkeiten vorgenommen werden.

Nicht immer ist der Wasserversorger an „braunem Wasser aus der Leitung“ schuld. Ursache von Verfärbungen des Wassers kann auch die Hausinstallation sein, wie ein verschmutzter Hauswasserfilter, eine nicht richtig funktionierende Enthärtungsanlage, falsches Installationsmaterial oder eine mangelnde Wartung der Warmwasseranlagen.In den Wasserwerken wird Grundwasser gefördert. Anschließend wird es belüftet und über Filter aufbereitet. Am Wasserwerksausgang entspricht es den Kriterien der Trinkwasserverordnung. Das bedeutet aber auch, dass immer noch geringe Mengen an Eisen, Mangan, Calcium, Magnesium und Kalium im Wasser enthalten sind. Die Grenzwerte sind aber so niedrig, dass die Gesundheit auch bei lebenslangem Genuss von Trinkwasser nicht beeinträchtigt wird.Diese Inhaltsstoffe neigen aber dazu, sich in den Leitungen oder auch Warmwasseranlagen abzulagern. Jedes Jahr im Frühjahr (März - Mai), vor dem Zeitraum mit erhöhtem Wasserbedarf (Juni – August), werden die Trinkwasserhauptleitungen von den Mitarbeitern der MWA über Hydranten gespült, um diese Ablagerungen aus dem Verteilungsnetz zu entfernen. Dies gelingt auch zum größten Teil. Ein geringer Anteil verbleibt aber im Rohrnetz und kann bei Veränderung der Fließrichtung oder Fließgeschwindigkeit, z.B. bei erhöhter Entnahme über Hydranten durch die Feuerwehr, zur Bewässerung oder als Bauwasser Probleme erzeugen. Dann kann es zur Schwarzfärbung (Manganoxid) oder Braunfärbung (Eisenoxid) des Wassers kommen. Dieses Wasser beeinträchtigt nicht die Gesundheit, beeinflusst aber den Geschmack (metallisch) und erzeugt bei erhöhtem Eisenanteil „Rostflecken“. Die beschriebenen Ablagerungs- und Lösungsvorgänge treten aber auch innerhalb der Hausinstallation auf und können auch dort zu braunem Wasser führen.
Ein Gesundheitsrisiko durch chronische Belastung besteht in Häusern mit Bleiinstallationen durch die ständige Aufnahme kleiner Bleimengen. Blei hat eine toxische Wirkung auf das blutbildende System und das zentrale Nervensystem (Beeinträchtigung von Intelligenz-, Aufmerksamkeits- und Reaktionsleistungen, Verschiebung der Hörschwelle bei Kindern). Besonders gefährdet sind Säuglinge, Kleinkinder, Schwangere sowie Personen mit erhöhtem Wasserbedarf (z. B. Diabetiker).

1.4 Legionellen im Trinkwasser

Legionellen sind Bakterien, die natürlicher Bestandteil aller Süßwässer sind, sich verstärkt im warmen Wasser zwischen 30 – 45 °C vermehren und dadurch ein Gesundheitsrisiko verursachen. Die Ursache für Legionellen im Trinkwasser ist ausschließlich eine unsachgemäße Erwärmung der zu groß dimensionierten und abschnittsweise nicht durchflossenen Hausinstallation. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn Trinkwasserleitungen durch Heizungskeller führen, nicht richtig isoliert wurden oder neben Warmwasserleitungen verlegt wurden und einige Zimmer bzw. Etagen nicht belegt sind. Daher muss Trinkwasser frisch in der Leitung fließen. Stagnationsenden sind abzutrennen. Zur Vermeidung der Wassererwärmung sind bestimmte Betriebstemperaturen im Warmwasserbereich sicherzustellen. Schlecht gewartete und/oder verlegte Trinkwasser-Installationen sowie nicht bzw. unzureichend durchflossene Leitungssysteme können das Legionellenwachstum beschleunigen.

Für Legionellen wurde ein technischer Maßnahmenwert von 100 KBE/100 ml in der neuen Trinkwasserverordnung 2011 für Großanlagen zur Trinkwassererwärmung festgelegt. Beim Erreichen dieses Wertes kann man von einer möglichen Gesundheitsgefährdung sprechen. Wird dieser Wert erreicht oder überschritten, ist die Anlage in hygienischer und technischer Hinsicht zu überprüfen. Für eine systematische, orientierende Untersuchung sind jeweils am Vor- und Rücklauf der Erwärmungseinheit sowie an der ungünstigsten Stelle (am weitesten entfernte und am seltensten genutzte Entnahmestelle) eines jeden Steigstrangs eine Probe des Warmwassers zu entnehmen und zu untersuchen. Die Entnahme und Untersuchung sind durch ein akkreditiertes und nach Trinkwasserverordnung gelistetes Labor durchzuführen. Die Kosten hat der Betreiber und sonstige Inhaber der Anlage zu tragen.

1.5 Hartes Wasser

Da Wasser ein gutes Lösungsmittel ist, nimmt es bei der Versickerung im Boden unter anderem Calcium- und Magnesiumverbindungen auf. Diese Verbindungen bestimmen im Wesentlichen die Wasserhärte – je mehr Calcium (Ca) und Magnesium (Mg) im Wasser sind, desto härter ist das Wasser.

Calcium ist ein wichtiger Baustoff für unsere Knochen und Zähne (der Erwachsene benötigt etwa 800 mg am Tag). Unentbehrlich ist Calcium darüber hinaus für die Blutgerinnung. Magnesium (täglicher Bedarf eines Erwachsenen ca. 300 – 400 mg) wirkt auf Nerven und Muskulatur. Fehlt es im menschlichen Körper, kommt es zu Muskelkrämpfen. Magnesiummangel begünstigt auch die Verengung von Arterien sowie den Herzinfarkt. So gesund Kalk im Trinkwasser für den Mensch ist – es bereitet vielen nicht nur Freude. Häufig ärgert man sich über kalkhaltiges Wasser, weil sich an Warmwassergeräten Ablagerungen bilden, weil sich an Sanitäreinrichtungen Kalkflecken zeigen und weil man bei hartem Wasser mehr Waschmittel benötigt.
Kalkbildung setzt vor allem bei Temperaturen über 60 Grad ein. Kesselstein im Wasserkocher oder in der Kaffeemaschine ist mit Essigsäure oder Zitronensäure auflösbar. Beim Waschen schützen Sie die im Waschmittel enthaltenen Enthärter oder auch separate Enthärter vor Kalkablagerungen in der Maschine und der Wäsche.

Abwasser

Abwasser nennt man das durch Gebrauch verunreinigte Wasser. Dabei kann man zwischen Grauwasser (gering verschmutztes fäkalienfreies Wasser) und Schwarzwasser (mit fäkalen Feststoffen) unterscheiden. Abwässer werden in die Abwasserkanäle abgeleitet und anschließend in Kläranlagen behandelt. Die Abwasserkanäle werden von der MWA instandgehalten und regelmäßig gereinigt sowie durch Kanalinspektionen geprüft. Die Reinigung von Abwasserkanälen erfolgt mithilfe von Hochdruckgeräten. Die Kläranlagen sollen die natürliche Wasserqualität wiederherstellen und somit Abwasserinhaltsstoffe beseitigen. Im Klärwerk Stahnsdorf verwendet man dafür mechanische und biologische Reinigungsverfahren. Nachdem Abwässer in der Kläranlage gereinigt wurden, gelangen sie normalerweise in Gewässer, die als Vorfluter dienen. Bei einigen privaten Grundstücken, wo das Verlegen von einem zentralen Abwasserrohr wegen der kleinen Zahl von Einleitern keinen Sinn macht, fließen Abwässer in die Sammelgruben und werden vom zuständigen Abwasserzweckverband entsorgt.

Klärwerk Stahnsdorf
Zur Aufleitung des Abwassers nutzen die Wasser- und Abwasserzweckverbände „Der Teltow“ und „Mittelgraben“ das Klärwerk Stahnsdorf. Das Klärwerk Stahnsdorf ist eines der ältesten Klärwerke der Region und gehört zu den Berliner Wasserbetrieben. Heute ist es mit großem Aufwand saniert und modernisiert und auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Für die Reinigung des Abwassers im Klärwerk sind mehrere Verfahrensstufen notwendig. Es läuft zunächst durch eine mechanische Stufe, in der die mitgeführten Grobstoffe entfernt werden. Im Vorklärbecken setzen sich dann leichtere Schwimmstoffe ab, das sind bis zu 30 Prozent seiner Schmutzfracht. Die biologische Reinigungsstufe, das Belebungsbecken, ist der wichtigste Teil der Anlage. Unter Zugabe von Sauerstoff zehren Mikroorganismen die im Abwasser gelösten organischen Inhaltsstoffe auf und wandeln sie unter Schlammbildung in anorganische Verbindungen um. Damit sind 90 Prozent der Verunreinigungen beseitigt. Der restliche aus pflanzlichen Nährstoffen bestehende Anteil aus Phosphat wird in einer letzten, der dritten Reinigungsstufe, unter Zugabe von Flockungsmitteln ausgeflockt und als Schlamm abgezogen. Das so gereinigte Abwasser wird als Klarwasser in den Teltowkanal abgeleitet.
Die weiteren Informationen zum Klärwerk Stahnsdorf können Sie der Homepage der Berliner Wasserbetriebe entnehmen. http://www.bwb.de

Regenwasser

Die Entsorgung von Niederschlagswasser wird in den Verbandsgebieten durch die Kommunen sichergestellt. Niederschlagswasser, welches auf den privaten Grundstücken anfällt, ist dort auch zu versickern. Da in den Verbandsgebieten ein Trennsystem betrieben wird – Schmutzwasser und Niederschlagswasser werden über getrennte Systeme abgeleitet – darf Niederschlagswasser gemäß Entwässerungssatzung nicht in den öffentlichen Schmutzwasserkanal eingeleitet werden. Dies führt zur Überlastung der Schmutzwasserkanäle sowie der nachgelagerten Pumpwerke und stellt eine Ordnungswidrigkeit dar.

Sofern sich Grundstückseigentümer für die Einrichtung einer Anlage zur Regenwassernutzung (z. B. aus Dachablaufwasser) entscheiden, ist darauf zu achten, dass anlagenseitig keine Verbindung zur Trinkwasserhausinstallation besteht.

Sicherung gegen Rückstau

Bei Starkregen oder Schneeschmelze – wenn überdurchschnittliche Wassermengen anfallen – versickern diese nicht nur im Erdreich. Auch auf den Straßenoberflächen sind dann erhebliche Abflüsse zu registrieren, so dass die vorhandenen Anlagen zur Niederschlagsentwässerung oftmals schnell überlastet sind. Ebenso können eingefrorene oder verstopfte Straßeneinläufe zu Problemen führen. Mit Rückstau in den Schmutzwasserkanälen im Trennsystem muss dann immer gerechnet werden, da das Niederschlagswasser über die Schachtabdeckungen auch in die Schmutzwasserkanäle gelangt. Ebenso kann eine Störung in einem Schmutzwasserpumpwerk zum Aufstau im Schmutzwasserkanal führen. Der Wasserspiegel kann dann in bestimmten Kanalabschnitten, Schächten oder Hausanschlussleitungen bis zur Rückstauebene ansteigen, die in der Regel auf Höhe der Straßenoberkante liegt. Alle Ablaufstellen, die darunter liegen, sind dann rückstaugefährdet, denn das Wasser sucht sich seinen Weg, und der kann durchaus von der öffentlichen Kanalisation über die Abflussrohre direkt in den eigenen Keller führen.

Angeschlossene Objekte der Grundstücksentwässerungsanlagen, wie Bodenabläufe, Waschbecken, Waschmaschinen, Duschen, Toiletten und ähnliches, die unterhalb der Rückstauebene (Straßenoberkante) installiert sind, müssen daher wirkungsvoll abgesichert werden. Dafür zu sorgen, ist allein Sache des Eigentümers.

Hausbesitzer sollten auch beachten, dass sie gegenüber Mietern haftbar sind, falls entsprechende Vorschriften nicht beachtet wurden. Abflussanlagen, die mit den erforderlichen Rückstausicherungen ausgerüstet sind, verhindern solche Überschwemmungen im Haus. Der Fachhandel bietet eine Vielzahl von Rückstausicherungen für den jeweiligen Bedarf – wie zum Beispiel fäkalienfreies oder fäkalienhaltiges Abwasser – und in unterschiedlichen technischen Ausführungen. So gibt es für ersteres einfache Rückstauverschlüsse. Für letzteres aber muss ein Rückstauautomat oder eine Hebeanlage eingesetzt werden. Eine normale Klappe als Rückstauverschluss hält das fäkalienhaltige Abwasser nicht ab. Mit dem Einbau von Rückstausicherungen sollte aber unbedingt eine Fachfirma beauftragt werden. Eine allgemeine Beratung zu den Möglichkeiten der Rückstausicherung gibt es selbstverständlich auch bei der Mittelmärkischen Wasser- und Abwasser GmbH. Wir helfen Ihnen gerne weiter.